Was erwartet Gott von mir?

Wahrscheinlich geht es dir so wie vielen Christen: Du möchtest Gott mit deinem Leben gefallen, aber manchmal reicht es dir ehrlich gesagt, dich ständig um ein christliches Leben zu bemühen. Es scheint dir manchmal einfach zu anstrengend zu sein.

Solange ich ohne Gott lebte, war Sünde nie ein Thema für mich. Ich war mir dessen nicht einmal bewusst. Ich empfand überhaupt keine Schuld! Aber als ich Christ wurde … Wow! Da wurde mir klar, dass es Dinge in meinem Leben gab, die Gott gar nicht gut fand. Außerdem wusste ich auf einmal, dass es wichtig ist, andere zu lieben, die Bibel zu lesen, zu beten, Zeugnis zu geben, andere zu lehren usw. Manchmal dachte ich mir: „Es war viel einfacher, ohne Gott zu leben.“, aber jetzt, wo ich Gott kannte, verspürte ich eine ungeheure Verant­wor­tung, Gott mit meinem Leben zu gefallen. Ich las die Bibel, stieß auf ein Gebot, und konnte nach jedem Vers aus vollem Herzen sagen: „Hey, gute Idee. Das sollte ich öfter tun!“

Glücklicherweise zeigte mir Gott dann durch die Bibel etwas, was mich völlig von diesem star­ken Verantwor-tungs­bewusstsein und Leistungs­denken frei gemacht hat! Dadurch konnte ich Gott selbst wieder sehen und mich an der Beziehung mit ihm wirklich freuen. Es gibt eine ganz wichtige Kernaussage in der Bibel, die sich durch all die Briefe hindurchzieht: an die Römer, die Galater, die Epheser und die Korinther ... du findest sie immer wieder und überall.

Und diese Kernaussage lautet: Gott verlangt nicht von dir, dass du perfekt bist. Er erwartet nicht, dass du seine Erwartungen erfüllst. Gott hat niemals gedacht, dass du ein gutes christliches Leben als Christ führen oder seinen heiligen Maßstäben gerecht werden kannst. Wenn er das gedacht hätte, wäre er nicht auf die Erde gekommen, um für dich zu sterben. Aber genau das tat er.

Jesus sagte zu den vielen Menschen, die ihm zuhörten: „Ihr aber sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Es stimmt also, dass Gottes Gesetze, seine Gebote, vollkommen befolgt werden müssen. Und wenn wir von Gott nur dann ange­nommen würden, wenn wir alle seine Gebote befolgen, dann müssten wir perfekt sein! Aber das schaffen wir nicht, und deshalb kam Jesus, um uns von der Strafe, die wir für unsere Sünden verdient hätten, zu erretten.

Gott kennt die Kluft, die sich zwischen seiner Vollkommen­heit und unserer Sündhaftigkeit auftut. Selbst als Christen leben wir oft in einer inneren Anspannung, weil wir versuchen, diese Kluft aus eigener Kraft zu über­brücken, damit wir uns besser fühlen und Gott möglichst näher zu kommen. Einige versuchen, diese Kluft zu überbrücken, indem sie Gottes Maßstäbe herunter­schrauben und sagen: „Gott meint es doch gar nicht so …“. Andere meinen, sie müssten ihre Leistung steigern: „Ich werde mich mehr anstrengen…“

Was sagt Gott selbst über diese Kluft zwischen ihm und dir? Es gibt sie und es wird sie immer geben. Aber du, der du an Jesus glaubst und ihn in dein Leben aufgenommen hast, hast Vergebung empfangen, bist gerecht gesprochen worden, du bist wertvoll in seinen Augen und er hält seine Hand fürsorgend über dich. Du gehörst vollständig ihm, und er liebt dich bedingungs­los, trotz der Kluft.

„Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus. Wir können ihm vertrauen, er hat uns die Tür zu diesem neuen Leben geöffnet. Im Vertrauen haben wir dieses Geschenk angenommen.“1

Wahrscheinlich kommst du aber irgendwann in deinem Leben an den Punkt, wo du anfängst zu glauben, dass Gott nun eine Art Rückzahlung von dir erwartet.

Und deshalb wurde dieser Artikel geschrieben. Er soll dich vor der Falle bewahren, dass du denkst, mehr für Gott leisten zu müssen. Die Bibel warnt sogar davor, weil es dir deine Freude darüber, dass du Jesus kennst, rauben wird.

Lass uns deshalb mal genau hinsehen, was Gott über deine Beziehung zu ihm sagt. Lass uns die Grundprinzipien anschauen, was es für Gott bedeutet, wenn wir eine Beziehung zu ihm haben.

Wie du Christ wurdest

Schau mal zurück auf die Zeit, als du Christ wurdest, und vergleiche, welche Verantwortung Gott dabei über­nommen hat und welchen Einsatz du gebracht hast:

  • Gott hat dich vor der Erschaffung der Welt erwählt und sein Eigen genannt.2

  • Gott kam für dich auf die Erde.3

  • Gott starb persönlich für deine Sünden.4

  • Gott hat dafür gesorgt, dass dir jemand das Evange­lium erklärt hat.5

  • Gott hat dir angeboten, in dein Leben zu kommen.6

  • Gott gab dir den Wunsch ins Herz, ihn kennen zu lernen und auf sein Angebot zu reagieren.7

  • Du hast dich ihm zugewandt und ihn in dein Leben aufgenommen.

  • Gott kam in dein Leben, vergab dir deine Schuld, erklärte dich für gerecht und machte dich zu seinem Kind.8

Du wurdest Christ, indem du einfach Gott vertraut und ihm im Glauben geantwortet hast. Genauso wünscht er sich, dass du dein Leben als Christ lebst… indem du ihm einfach vertraust und ihm antwortest. Die Hauptverantwortung (und –befähigung) liegt bei Gott. Du könntest denken: „Das klingt ziemlich einfach. Wo ist das Problem?“ Das Problem ist, dass fast alle Christen irgendwann einmal über diesen Punkt stolpern. Warum?

Es liegt in der menschlichen Natur, zu denken, dass du Gott etwas schuldest für das, was er dir geschenkt hat. Genauso menschlich ist es, zu denken, dass es jetzt, wo du dich ein bisschen in der Bibel auskennst, ein bisschen was übers Gebet weißt oder auch mit andern über Gott redest, an der Zeit ist, selbst die Verantwortung dafür zu übernehmen, ein „guter Christ“ zu sein. Es gibt allerdings auch nichts, was dir schneller die Freude an deiner Beziehung zu Gott zerstören wird.

Und selbst wenn du nicht persönlich zu diesem falschen Schluss kommt, nun etwas für Gott leisten zu müssen, gibt es leider andere Christen, die es sehr gut verstehen, dir Schuldgefühle und Druck zu machen, und die dir vermitteln, dass du Gott noch mehr gehorchen müsstest. Dieser Artikel wird dir (hoffentlich) ein biblisches Verständnis davon geben, wie du als Christ leben kannst, ohne immer diesen falschen Erwartungsdruck zu spüren, für Gott etwas leisten zu müssen. Er will dir zeigen, wie sehr er dich liebt und wie er sich eine Beziehung mit dir wünscht.

Gott hat die Beziehung zu dir nicht aufgebaut, um dann Forderungen an dich zu stellen, sondern vielmehr verpflichtet er sich selbst zu etwas. Lass mich das anhand folgender Verse näher erklären:

Wann sind wir für Gott gut genug?

Dir wurde durch seine Gnade (seine Güte) vergeben weil Jesus für dich gestorben ist. Du hast sein Geschenk der Vergebung empfangen, indem du geglaubt hast, dass Jesus für deine Sünde bezahlt hat, stimmt’s? Du hast dir die Vergebung nicht erarbeitet. Du hast einfach Gott geglaubt, als er sagte, dass er dir vergeben hat.

„… aber dann wurde die Liebe und Güte Gottes, unseres Befreiers, sichtbar. Er rettete uns nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten; nein,

sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit.“9 „Denn durch sein Blut, das er am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade.“10

So weit, so gut. Aber ändern sich jetzt, wo du Christ bist, die Regeln? Kommt Gott jetzt mit einer langen Liste, was er alles von dir erwartet? Nein! Nun wirst du vielleicht denken: „Moment mal. Die Bibel ist voll von Geboten. Man kann keinen einzigen Abschnitt lesen, ohne dass einem gesagt wirst, was man tun soll.“ Das stimmt. Aber wenn Gott dir Gebote gibt, sagt er dir gleichzeitig, dass du sie niemals vollständig erfüllen kannst. Er sagt dir vielmehr: Je mehr du dich darauf konzentrierst, sie erfüllen zu wollen, desto mehr wirst du dir deiner Sünde bewusst werden. Dazu kommt: Je mehr du dich anstrengst, desto mehr fühlst du dich als Versager, der Gottes Gericht und Verdammnis verdient hat, und das wiederum bewirkt, dass du dich immer weiter von Gott entfernt fühlst.

Der Apostel Paulus spricht darüber, wie frustriert er selbst darüber war. Er schaute sich das Gesetz Gottes an und sagte: „Die Gebote sind heilig, gerecht und gut.“ Je mehr er jedoch versuchte, danach zu leben, desto mehr sündigte er. Er sagte: „Ich will immer wieder Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch.“12 Völlig frustriert sagt er: „Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaft befreien?” Und was war die Lösung für ihn? „Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus bin ich bereits befreit.“13

Die Gefühle von Versagen, Sünde, Selbstverdammnis müssen dem Wort Gottes gegenübergestellt werden. „Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt.“14 „Als wir noch seine Feinde waren, hat Gott uns durch den Tod seines Sohnes mit sich selbst versöhnt. Wie viel mehr werden wir, da wir jetzt Frieden mit Gott haben, am Tag des Gerichts bewahrt bleiben, nachdem ja Christus auferstanden ist und lebt.“15

Das heißt also: Versuche im Blick auf Gottes Gebote nicht, dich anzustrengen und sie aus eigener Kraft zu befolgen, sondern bitte stattdessen Gott, der in dir lebt, dich dazu fähig zu machen. Wenn Gott sagt, dass wir einander lieben sollen, dann meint er damit nicht, dass du voller Begeisterung los­stürmen sollst, um Gott zu beweisen, wie liebevoll du sein kannst. Stattdessen möchte er, dass du dich auf ihn verlässt. „Gott, ich bitte, dass du in mein Herz kommst und mich fähig machst, diesen Menschen so zu sehen, wie du ihn siehst, und mir im Herzen dieselbe Liebe für ihn zu schenken, die du hast. Ich kann ihn nicht aus mir selbst heraus lieben, aber ich bitte dich, dass du in mir deine große Liebe zu ihm hervorbringst.

Worin besteht der Unterschied?

Es ist ein Unterschied, ob wir versuchen, aus eigener Kraft etwas für Gott zu leisten, oder ob wir uns auf Gott verlassen und ihm vertrauen, dass er etwas durch uns bewirkt. Wenn wir geistlich wachsen, heißt das nicht, dass wir von Gott unabhängig werden. Im Gegenteil: Wir wachsen geistlich nur, wenn wir von ihm abhängig bleiben, und genau das möchte er von uns. Er möchte, dass du dich an der Beziehung zu ihm und der damit verbundenen Freiheit und Liebe freust, im Vertrauen auf ihn und in Abhängigkeit von ihm. Er erwartet nicht von dir, dass du etwas für ihn leistest.

Die Bibel bezeichnet Gottes Gebote als „ Gesetz“. Jetzt, wo du Christ bist, stehst du nicht länger unter dem Gesetz oder bist Gottes Gericht und Verdammungsurteil ausgesetzt, sondern du hast Vergebung und ewiges Leben empfangen. Du bist frei von den Forderungen des Gesetzes.

Paulus sagt: „Wir wissen inzwischen sehr genau, dass wir nicht durch Taten, wie das Gesetz sie von uns fordert, vor Gott bestehen können, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus. Wir sind doch deshalb Christen geworden, weil wir davon überzeugt sind, dass wir allein durch den Glauben an Christus von unserer Schuld freigesprochen werden; nicht aber, weil wir die Forderungen des Gesetzes erfüllen. Denn wie die Heilige Schrift sagt, findet kein Mensch durch gute Werke Gottes Anerkennung."16

Wie sehr konzentriert sich Paulus auf Gottes Gebote und versucht, sie zu erfüllen? „… So bin ich nun für das Gesetz tot, damit ich für Gott leben kann. Mein altes Leben ist mit Christus am Kreuz gestorben. … Christus lebt in mir! Mein vergängliches Leben auf dieser Erde lebe ich im Glauben an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der mich geliebt und sein Leben für mich gegeben hat. Niemals werde ich dieses unverdiente Geschenk Gottes ablehnen. Könnte ich nämlich durch das Befolgen des Gesetzes von Gott angenommen werden, dann hätte Christus nicht zu sterben brauchen.“17

Bevor du Jesus in dein Leben aufgenommen hast, warst du weit weg von Gott; du kanntest nur seine Gebote und warst unter Gottes Gerichtsurteil. Aber jetzt kennst du Christus, und sein Geist lebt in dir.

Gott sagt: „Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, es soll ihr ganzes Denken und Handeln bestimmen.“ Und an derselben Stelle sagt er: „Ich vergebe ihnen ihre Schuld und denke nicht mehr an ihre Sünden.“18 D.h., anstelle des Gesetzes, das dich von außen bestimmte und ständig über dir schwebte mit seinen Forderungen, hat Gott sein Gesetz nun in dein Herz gepflanzt; und in dem Maße, in dem der Heilige Geist dich verändert, weckt er in dir einen ständig wachsenden Wunsch, das zu tun, was er möchte. Im Laufe der Zeit, wenn du in deiner Beziehung zu Gott wächst, wird er in dir den Wunsch und die Fähigkeit, vor ihm ein heiliges Leben zu leben, weiter verstärken.

„Denn nur durch seine unverdiente Güte seid ihr vom Tod errettet worden. Ihr habt sie erfahren, weil ihr an Jesus Christus glaubt. Dies alles ist ein Geschenk Gottes und nicht euer eigenes Werk. Durch eigene Leistungen kann man bei Gott nichts erreichen. Deshalb kann sich niemand etwas auf seine guten Taten einbilden.

Gott hat etwas aus uns gemacht: Wir sind sein Werk, durch Jesus Christus neu geschaffen, um Gutes zu tun. Damit erfüllen wir nur, was Gott schon im Voraus für uns vorbereitet hat.“19

Gott hat einen Plan für dein Leben: dass du es nutzt, um anderen Gutes zu tun und um Gott zu verherrlichen. Du hast jetzt eine Beziehung mit Gott, er lebt in dir, und er befähigt dich, gute Werke zu vollbringen.

Was sollen wir mit der Sünde machen?

Lass mich zunächst eine andere Frage stellen: Was wäre, wenn du ihn bittest, in deinem Leben etwas zu verändern oder dich von einer bestimmten Sünde zu befreien und du trotzdem weiterhin damit zu kämpfen hast? Was wäre, wenn du manchmal immer noch schlechte Laune hast oder Versuchungen nicht widerstehen kannst oder wenn du merkst, dass du es nicht schaffst, zu beten oder die Bibel zu lesen, wie du es deiner Meinung nach tun solltest? Was nun? Wäre es jetzt an der Zeit, die Verantwortung für dein christliches Leben selbst zu übernehmen und dich total anzustrengen? Nein! Denn ab dem Augenblick, wo du meinst, etwas für Gott leisten zu müssen, wirst du umso stärker merken, dass du versagst, du wirst dich innerlich von Gott entfernen und deine Freude, ihn zu kennen, wird immer mehr abnehmen.

Es kann leicht passieren, dass man auch als Christ denkt, dass Gott unsere Anstrengungen belohnt, weil unsere ganze Gesellschaft so aufgebaut ist: „Übernimm Verantwortung, arbeite hart, gib dein Bestes ... und du wirst dafür belohnt werden.“ Als Christ kann man sich die Gebote in der Bibel anschauen und denken: „Ja, wenn ich mich richtig anstrenge, dann kann ich sie erfüllen.“ Diese Denkweise führt automatisch zu vielen Frustrationen, denn die Bibel sagt, dass, wenn wir uns auf das Gesetz konzentrieren, wir nur eines erreichen … nämlich, dass wir uns unserer Sünde bewusst werden. Gott hat nicht die Beziehung zu dir aufgebaut, damit du dich anstrengst und er dich dann dafür belohnt, sondern dafür, dass du ihm vertraust und er in deinem Leben das bewirken darf, was ihm gefällt.

Solange du auf dieser Erde lebst, wirst du immer wieder sündigen. Du wirst in diesem Leben niemals perfekt sein. Nicht nur du weißt das, Gott weiß es auch. Wenn du merkst, dass du gesündigt hast, dann bekenne es und glaube, was Gott dir versprochen hat:

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, dann erfüllt Gott seine Zusage treu und gerecht: Er wird unsere Sünden vergeben und uns von allem Bösen reinigen.“20

Hab Geduld, wenn du dich von Gott verändern lässt!

Konzentriere dich darauf, Gott kennen zu lernen. Setz alles dran, ihn durch Gebet, Bibellesen, Gemeinschaft oder Austausch mit anderen Christen besser kennen zu lernen … all das ist gut. Aber dein Glaube darf nicht dabei stehen bleiben, dass du dies alles tust, sondern Gott soll in deinem Leben wirken dürfen. Jesus sagt, dass man es mit den Reben am Weinstock vergleichen kann. „Bleibt fest mit mir verbunden, und ich werde ebenso mit euch verbunden bleiben! Denn so wie eine Rebe nur am Weinstock Früchte tragen kann, so werdet auch ihr nur Frucht bringen, wenn ihr mit mir verbunden bleibt.“21

Und Jesus fuhr fort: “Wie mich der Vater liebt, so liebe ich euch. Bleibt in meiner Liebe!”22

Was meint Jesus, wenn er sagt: „Haltet meine Gebote“?

Die beste Art, wie du mehr von diesem Leben in Fülle, von dem Jesus gesprochen hat, erleben kannst, und wie du leichter von seiner Liebe zu dir überzeugt sein wirst, ist, zu tun, was er sagt.

„Wenn ihr nach meinen Geboten lebt, wird meine Liebe euch umschließen. Auch ich richte mich nach den Geboten meines Vaters und lebe in seiner Liebe.

Das alles sage ich euch, damit meine Freude euch ganz erfüllt und eure Freude dadurch vollkommen wird.“23 Er möchte, dass du so lebst, wie er es für richtig erklärt, und dass du dadurch seine Liebe erlebst und dich an deinem Christsein freuen kannst. Aber um seine Gebote halten zu können, musst du dich ganz auf ihn verlassen und ihm vertrauen.

Wenn ich also in der Bibel auf einen Vers stoße, wo Gott sagt: „Tu dies …”, dann sage ich sofort zu Gott: „Gute Idee. Ich möchte dir mit meinem Leben gefallen, und ich bitte dich, dass du mich dazu fähig machst durch deinen Geist. Schenk mir, dass ich dir in diesem Punkt gehorchen kann. Gott, die Katastrophe ist vorprogrammiert, wenn ich denke, ich könnte es allein schaffen. Aber ich bitte dich, dass du mein Denken veränderst oder dass du an mir arbeitest, wie auch immer das aussehen mag, sodass mein Leben mit diesem Vers übereinstimmt.“ Und dann kümmere ich mich nicht mehr darum. Vielleicht schreibe ich mir den Vers auch auf, denke darüber nach oder lerne ihn auswendig. Aber mein Vertrauen, ihn auch umzusetzen, setze ich auf Gott.

Er hat dich befreit von den Forderungen des Gesetzes und ermutigt dich, in ihm zu bleiben, von ihm abhängig zu bleiben …, so dass du dann die Nähe und Vertrautheit zu ihm so richtig genießen kannst.

„Genauso wart auch ihr gebunden, an das Gesetz. Aber ihr seid davon befreit worden, als Christus am Kreuz für euch starb. Und jetzt gehört ihr nur noch ihm, der von den Toten auferweckt wurde. Nur so werden wir für Gott Frucht bringen, das heißt leben, wie es ihm gefällt.“24

„Aber jetzt sind wir von diesen Zwängen frei, denn für das Gesetz sind wir tot. Deswegen können wir Gott durch seinen Heiligen Geist in einer völlig neuen Weise dienen …“25

„Christus hat das Gesetz erfüllt und damit die Herrschaft des Gesetzes beendet. Wer ihm vertraut, wird von Gott angenommen.“26

„Nur wenn ich Gott vertraue, der den Gottlosen von seiner Schuld freispricht, kann ich vor ihm bestehen.”27

(1) Römer 5,1-2 (2) Epheser 1,4; 2. Timotheus 1,9 (3) Johannes 3,16 (4) Römer 5,8 (5) Epheser 1,13 (6) Offenbarung 3,20; Johannes 1,12-13 (7) Offenbarung 3,20 (8) 1. Johannes 3,1; Kolosser 1,13-14; Epheser 1,4; Johannes 1,12 (9) Titus 3,3-7 (10) Epheser 1,7 (11) Römer 3,20 (12) Römer 7,18-19 (13) Römer 7,24-25 (14) Römer 8,1 (15) Römer 5,8-10 (16) Galater 2,16 (17) Galater 2,19-21 (18) Hebräer 10,16-17 (19) Epheser 2,8-10 (20) 1. Johannes 1,9 (21) Johannes 15,4 (22) Johannes 15,9 (23) Johannes 15,10-11 (24) Römer 7,4 (25) Römer 7,6 (26) Römer 10,4 (27) Römer 4,5